Das Netz ist ein zentraler Raum für gesellschaftliche Debatten, privaten Austausch und Einkauf von Waren und Dienstleistungen geworden. An vielen Stellen hinkt jedoch die Regulierung dieses Raums den tatsächlichen Entwicklungen hinterher. Wie können wir Hass und Hetze im Netz effektiv bekämpfen? Was können wir gegen Desinformationen tun und welche Macht und Entscheidungen wollen wir Algorithmen übertragen? Als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz beschäftige ich mit digitalen Themen ebenso wie mit Fragen des Verbraucherschutzes.

Worauf also warten wir? Facebook wird seine Methoden nicht freiwillig beenden, weil Emotionen Klicks, Aufregung und weitere Klicks auslösen.

Gastbeitrag zu den Facebook Files

Hetze darf sich nicht lohnen

Ob rechtsterroristische Anschläge, Angriffe auf demokratische Institutionen oder Hasskampagnen gegen Aktivist*innen, Journalist*innen und Politiker*innen – überall spielt Radikalisierung und Vernetzung im Netz eine wichtige Rolle. Dieses Netz liegt in wesentlichen Teilen in den Händen weniger Großkonzerne und damit eine enorme gesellschaftliche Verantwortung. Facebook zum Beispiel hat knapp drei Milliarden Nutzer*innen. Die neuesten Enthüllungen durch die Whistleblowerin Frances Haugen zeigen: Facebook weiß um diese Verantwortung, ordnet sie aber systematisch Profitinteressen unter. Darüber habe ich beim Tagesspiegel einen Gastbeitrag geschrieben, den ihr

Es waren die Unionsfraktion und Herr Seehofer selbst, die eine konsequente und ganzheitliche Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität blockiert haben

Mord in Idar-Oberstein

Vorwürfe des Innenministers sind eine Unverschämtheit

Nach dem furchtbaren Mord eines 20 jährigen Studenten in Idar-Oberstein durch einen Täter, der offenbar extremer Corona-Leugner war und der Querdenken-Szene nahe steht, hat Innenminister Horst Seehofer schwere Vorwürfe erhoben. Er behauptet, der Bundestag habe eine effektive Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität und Rechtsextremismus blockiert. Mein Statement dazu: "Die Vorwürfe des Innenministers Seehofer sind eine Unverschämtheit gegenüber allen, die sich im Bundestag und vor allem in der Zivilgesselschaft mutig gegen Rechstextremismus eingesetzt haben. Es waren die Unionsfraktion und Herr Seehofer selbst, die eine konsequente und ganzheitliche Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität blockiert haben. Jahrelang wurde...

Die Bundesregierung hat Facebook, Twitter und Co. einfach zu lange machen lassen.

Interview zu #FacebookDoYourJob

Grundsatzverfahren gegen Facebook

Gemeinsam mit HateAid klage ich in einem Grundsatzprozess gegen Facebook. Dabei geht es um ein Falschzitat-Meme, das trotz Löschaufforderung und Faktencheck weiter auf der Plattform kursiert. Falschzitate sind ein Werkzeug des organisierten Rechtsextremismus, um systematisch Hass und Hetze gegen Menschen zu schüren, die sich für eine vielfältige und gleichberechtigte Demokratie engagieren. Bisher ist es Sache der Betroffenen, wieder und wieder die Verbreitung der Falschzitate zu prüfen und immer wieder dagegen vorzugehen. Mit der Berliner Zeitunghabe ich in einem ausführlichen Interview über das Verfahren...

Ich möchte für alle Betroffenen erreichen, dass das Vorgehen gegen Falschzitate nicht zu ihrer energiefressenden Lebensaufgabe wird.

Grundsatzverfahren gegen Facebook bei Falschzitaten

#FacebookDoYourJob

Gemeinsam mit HateAid klage ich in einem Grundsatzprozess gegen Facebook. Dabei geht es um ein Falschzitat-Meme, das trotz Löschaufforderung und Faktencheck weiter auf der Plattform kursiert. Falschzitate sind ein Werkzeug des organisierten Rechtsextremismus, um systematisch Hass und Hetze gegen Menschen zu schüren, die sich für eine vielfältige und gleichberechtigte Demokratie engagieren. Bisher ist es Sache der Betroffenen, wieder und wieder die Verbreitung der Falschzitate zu prüfen und immer wieder dagegen vorzugehen. Wir wollen das ändern und fordern: #FacebookDoYourJob.  Mehr Informationen zu dem Verfahren gibt es

Online-Diskussion

Der Europäische Aktionsplan für Demokratie - Regelung von Desinformation

Nicht erst seit der Corona-Krise kursieren auf Online-Plattformen wie YouTube, Facebook oder Twitter und in Chatprogrammen wie Telegram oder WhatsApp Lügen, Verschwörungstheorien und irreführende Informationen. Deren Urheber beabsichtigen damit häufig, gezielt das Vertrauen in unsere Demokratie zu untergraben. Um solchen Strategien zu begegnen, hat die Europäische Kommission kürzlich einen Aktionsplan für Demokratie (European Democracy Action Plan) vorgestellt. Wie er zur Bekämpfung von Desinformation beitragen kann, haben wir am 15.02.2021 in einem Fachgespräch diskutiert. Mit dabei waren: Renate Nikolay EU-Kommission Kabinettschefin der Kommissarin für Werte & Transparenz und Vizepräsidentin Věra...

Online-Diskussion

Der Digital Services Act und die Regulierung gegen Hass im Netz

Ob Online-Händler, Streaming-Anbieter, Dienstleistungsvermittler oder soziale Netzwerke – Plattformbetreiber dominieren den Markt in der digitalen Welt. Die Europäische Kommission hat Ende 2020 den Entwurf für den Digital Services Act (DSA) vorgelegt, mit dem auf europäischer Ebene die E-Commerce-Richtlinie aus dem Jahr 2000 grundlegend überarbeitet werden soll. Mit dem DSA soll die Vereinheitlichung des digitalen Binnenmarkts, die Schaffung eines Kontrollrahmens für Online-Plattformen und die Sicherung des fairen Wettbewerbs erreicht werden. Eine zentrale Frage ist die Bekämpfung von Hass und Hetze im Netz. Erstmals sollen europaweit verbindliche Standards für den Umgang der Plattformen mit rechtswidrigen und problematischen Inhalten geschaffen werden. In Deutschland wurde zu...

kleine Anfrage

Aktuelle Erkenntnisse zu Gewalt gegen Frauen in Familie und Partnerschaft und der polizeilichen Erfassung entsprechender Straftaten

Gewalt gegen Frauen bleibt leider ein massives Problem, wie die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik zeigen. Unsere kleine Anfrage zeigt auf, dass die Datenlage über schwere und schwerste Straftaten in Familie und Partnerschaft weiterhin ungenügend ist. Zum Themenkomplex digitale Gewalt gegen Frauen liegen sogar keinerlei Daten vor. Es ist erschreckend, dass die Bundesregierung den dringenden Handlungsbedarf beim Thema digitale Gewalt gegen Frauen immer noch nicht erkannt hat. Aus Umfragen und der Praxis wissen wir, dass digitale Gewalt sich vor allem gegen Frauen und queere Menschen richtet. Frauenberatungsstellen berichten, dass fast alle Fälle der Partnerschaftsgewalt heute auch über digitale Mittel und in digitalen Räumen stattfinden. Der...

Was mich aber am meisten umtreibt, ist das schummrige Licht, das auf Politik, Journalismus und demokratische Prozesse geworfen wird.

Gastbeitrag

Warum der exklusive Schein um Clubhouse trügt

"Der seit Tagen anhaltende Hype um Clubhouse hat mich von Beginn an irritiert. Es handelt sich um eine Audioplattform, bei der Nutzer*innen in beliebigen Räumen zu allen möglichen Themen eine Unterhaltung starten können. Zu Beginn als innovative App mit neuen Beteiligungsmöglichkeiten für alle gefeiert, tummeln sich hierzulande doch sehr viele Journalist*innen und Politiker*innen im Gespräch miteinander auf der Plattform. Heraus kommt also eine Art "exklusiver Stammtisch. Ich zweifle, dass das bisher einen Gewinn eingebracht hat. Zumindest nicht für die Demokratie. Mitdiskutieren kann nur, wer ein teures iPhone besitzt und eine persönliche Einladung durch ein Clubhouse-Mitglied erhält. Denjenigen, die diese Eintrittshürden überwinden, scheint unter anderem ein Blick hinter die...

Pressemitteilung

Bundesregierung planlos bei Reparatur des Gesetzes gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität

Zu der aktuellen Diskussion um das „Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ sowie den Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität ein Jahr nach dem Anschlag von Halle nicht in Kraft“ erklären Renate Künast, MdB und Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender: Das „Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität“ ist auch ein Jahr nach dem Anschlag von Halle noch immer nicht in Kraft. Die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage offenbaren eine absolute Planlosigkeit bei der Reparatur dieses wichtigen Gesetzes. Auf die verfassungsrechtlichen Probleme, aufgrund derer der...

Wir meinen, es ist an der Zeit, die großen Systemfragen zu stellen und dabei aus den Fehlern nationaler Gesetze zu lernen

Gastbeitrag

Digital Services Act – Die EU muss die Demokratie im Netz schützen

Mit dem neuen europäischen Gesetz für die digitalen Dienste (dem Digital Services Act) kann die EU die Lücken nationaler Regelungen schließen. Es ist ihre Chance, weltweite Standards u.a. für den Umgang mit Hass, Desinformation und politscher Werbung im Netz zu setzen.  Lest hier den Gastbeitrag von mir und Alexandra Geese zum Digital Services Act im Handelsblatt. Wir meinen, es ist an der Zeit, die großen Systemfragen zu stellen und dabei aus den Fehlern nationaler Gesetze wie des deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetzes...