Aigner hüpft zu kurz
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Vom 12. August bis zum 26. September tourte Renate Künast als Spitzenkandidatin von Bündnis90/ Die Grünen durch die Republik.
Sie war insgesamt 42 Tage im Einsatz, hat Reden gehalten, Interviews gegeben und sich in Fernsehsendungen der Debatte gestellt. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre diese Tour nicht möglich gewesen - an dieser Stelle nochmal vielen Dank für Euren Einsatz.
Impressionen von der Tour findet Ihr hier:
Jürgen Trittin, Hanne May, Claudia Kemfert, Renate Künast, Susan Schwarzbach, Arndt Klocke
09.09.09: Einen ungewöhnlichen Veranstaltungsort hatten sich die Grünen in Essen. Ausgerechnet im RWE-Pavillion diskutierten die grünen Spitzendkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin mit Claudia Kemfert (DIW) und Hanne May ("neue Energie"). Moderiert wurde die Veranstaltung von Susan Schwarzbach von Radio NRW. Thema war die Frage: „Perspektiven für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft?“.
Renate Künast stellte zunächst dar, welche Auswirkungen der weltweite Klimawandel mittlerweile hat. Die Malediven stellten sich schon heute auf die Evakuierung ein. Motto: "From oil to soil". Aber auch in Deutschland komme es zu mehr und mehr Klimaflüchtlingen. "Der Klimawandel ist insofern demokratisch" stelle Renate Künast fest.
Claudia Kemfert sollte zunächst der Frage nachgehen, wie lange das Öl noch reiche. Sie machte deutlich, dass aus klimapolitischer Sicht die eigentliche Frage diejenige nach der Nutzung der Kohle sei. Mit dem Öl müsse man "möglichst schnell" aufhören. Trittin ergänzte, dass der Rat der Umweltminister sich bereits vor 10 Jahren mit dem Problem der Erderwärmung beschäftigt habe. Das Ziel sei es, die Erwärmung um 2 Grad zu reduzieren. Das Mittel dazu sei es, bis 2040 auf 100 % Erneuerbare Energien zu kommen. Schwarzbach wollte von der Runde wissen, ob das "realistisch oder unrealistisch" sei. Trittin konterte, dass sei "optimistisch". Hanne May wies darauf hin, dass ihre Zeitschrift gerade ein Experiment gestartet habe. Das Ziel dieses Experiments sei es, bei der Co2-Produktion von 10 Tonnen auf eine Tonne pro Person zu kommen. Renate Künast fand das "spannend", zweifelte aber daran, dass der Begriff "Ein-Tonnen-Gesellschaft" wirklich marketingtauglich sei. An dem Begriff müsse man vielleicht noch etwas arbeiten, damit eine gesamtgesellschaftliche Debatte entstehe. Diese vermisse sie noch. Sie wies darauf hin, dass die Grünen derzeit nicht ohne Grund für einen "Neuen grünen Gesellschaftsvertrag" werben. Ziel sei es miteinander darüber zu diskutieren, wie man in Zukunft arbeiten, konsumieren und leben wolle.
Positiv bewertete die Runde die mehrheitliche Ablehnung des Neubaus von Kohlekraftwerken und den Protest gegen die Einführung der CCS-Technologie, bevor diese ausreichend erforscht sei. Trittin und Künast kritisierten die Art und Weise wie diese Technologie über den grünen Klee gelobt werde, sprachen sich aber immerhin dafür aus, diese Technologie weiter zu erforschen. Aber: "Man darf den knappen Raum in Deutschland nicht mit Co2-Speichern zuballern!" stellte Trittin fest.
Für Kemfert ist die Frage der Kohlenutzung keine deutsche Frage, es müsse eine weltweite Frage sein. "Das Kohlethema ist noch nicht durch!" Als Beispiel nannte sie die Nutzung der Kohle in Ländern wie Südafrika oder China. Sie verlangte, dass die Regierungen mehr tun müssten, um Alternativen zur Kohle zu schaffen. Künast warf ein, dass Deutschland „Vorbild“ sein müsse. Da war sich die Runde einig. Dazu gehöre es, sinnlose Subventionen - vor allem für die Atomindustrie - abzuschaffen. Dazu gehöre es aber auch, sinnvolle Projekte – wie die Entwicklung von besseren Speichermedien für Strom – zu fördern. Dann stellten sich die TeilnehmerInnen den Fragen der ZuhörerInnen: Wie ist das Projekt Desertec einzuschätzen? Welche Rolle spielt die dezentrale Energieversorgung? Was ist der Beitrag von Kraft-Wärme-Kopplung?
Am Ende überreichte Arndt Klocke, der grüne Landesvorsitzende aus NRW, den TeilnehmerInnen Blumsträuße und wünschte Ihnen viel Erfolg für den Endspurt im Wahlkampf. Er warb noch einmal dafür, am 27. September mit beiden Stimmen grün zu wählen – damit es nach dem 27.9. tatsächlich Perspektiven für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft gibt!