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Grüne Strategie gegen Fachkräftemangel

18.10.10 Aktuell sind über drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, hinzu kommen Arbeitsuchende, die in Maßnahmen geparkt sind, statistische Tricks und die stille Reserve. Insgesamt fehlen über vier Millionen Stellen. Gleichzeitig werden Pflegefachkräfte, ErzieherInnen, Ingenieure und IT-SpezialistInnen händeringend gesucht. Durch die demografische Entwicklung wird sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Das Potenzial an Arbeitskräften wird deutschlandweit nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in den kommenden 15 Jahren um 3,6 Millionen Personen schrumpfen. Im selben Zeitraum wird der Arbeitskräftebedarf deutlich ansteigen.
 
Demografischer Wandel + Fachkräftebedarf = Ende aller Sorgen? 
Mehr offene Stellen bedeuten natürlich mehr Chancen für Arbeitslose auf einen neuen Job. Auch zukünftige Schulabgänger können sich bessere Aussichten ausrechnen. Voraussetzung ist aber in jedem Fall, dass die Qualifikation stimmt. Und da liegt in Deutschland einiges im Argen. Wenn wir also nicht auf eine Situation hoher Arbeitslosigkeit und gleichzeitigem großen Fachkräftemangel zulaufen wollen, ist es höchste Zeit gegenzusteuern.
 
Schwarz-Gelb streitet und streicht Mittel  
Statt das Problem in Angriff zu nehmen, streitet die schwarz-gelbe Koalition um die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Seehofer und Co. wollen den Zuzug blockieren, Brüderle die Einwanderung Hochqualifizierter erleichtern. Parallel dazu kürzt Arbeitsministerin von der Leyen die erforderlichen Mittel für Qualifizierung.
 
Grüner Strategiemix gegen Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit 
Wir Grünen setzen auf Weiterbildung und Zuzug. Es ist falsch, einheimische Arbeitskräfte gegen solche aus dem Ausland auszuspielen. Wir werden am Ende alle brauchen. Darum setzen wir Grünen auf eine gute Mischung von Maßnahmen, die dafür sorgt, dass
 
  • die Zahl der SchulabbrecherInnen endlich zurückgeht, alle Jugendlichen zu einem beruflichen Abschluss geführt werden und ein offenes Hochschulsystem ohne soziale Schranken Chancen schafft;

 

  • gute Rahmenbedingungen für Weiterbildung mit Schwerpunkt auf Zukunftsberufen geschaffen werden, damit Arbeitslose und Beschäftigte nicht von den Entwicklungen der Arbeitswelt abgehängt werden;

 

  • Frauen, Ältere, MigrantInnen und Menschen mit Behinderungen besser als bisher in den Arbeitsmarkt integriert und nicht weiter außen vor gelassen werden;

 

  • im Ausland erworbene Qualifikationen auch in Deutschland anerkannt werden, damit die russische Ärztin sich nicht mehr als Putzfrau durchschlagen muss, sondern entsprechend ihrer Fähigkeiten arbeiten kann;

 

  • Fachkräfte aus aller Welt gerne nach Deutschland kommen, hier arbeiten, ihr Know-how einbringen und mit uns leben.

   

Ausführlich nachzulesen ist das alles im grünen Antrag "Strategie statt Streit - Fachkräftemangel beseitigen".