Grüne Herbstklausur in Mainz
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Sie ärgern sich wieder über eine Preiserhöhung, über einen Vorfall in einem Atomkraftwerk oder das Abbaggern einer ganzen Region? Sie haben heutzutage die Möglichkeit selber etwas dagegen zu unternehmen. Vor 11 Jahren mussten wir alle unseren Strom vom Energieversorger vor Ort kaufen – ganz egal woher und zu welchen Bedingungen dieser seinen Strom bezog. Seit der Liberalisierung des Strommarktes kann sich jeder seinen Stromlieferanten selbst aussuchen.
Mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt ist auch ein Erfolg grüner Politik - mit langem Atem gegen die Energiegroßkonzerne. Damit haben wir heute als Verbraucher auch direkt Einfluss auf die Zusammensetzung unseres Strommixes! Und immer mehr Verbraucher nutzen diese Möglichkeit. Seien auch sie dabei und nutzen sie ihre Macht als Verbraucher.
Der persönliche Umstieg ist einfach. Manche können beim Umstieg sogar noch etwas Geld sparen. Teuer kommt der Umstieg nur den Atomstromunternehmen. Mittlerweile gibt es eine Kennzeichnungspflicht für Strom. Damit können Verbraucher den jeweils eingesetzten Strommix entweder auf ihrer Stromrechnung oder der Internetseite ihres Anbieters einsehen.
Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die Ökostrom anbieten, allerdings haben auch die Atomkonzerne selbst deklarierte Ökoangebote. Letztere zu wählen bringt wenig, denn die Atomkonzerne reduzieren dann nicht ihre Atomstromproduktion, sondern verkaufen sie einfach an ihre unkritische Kundschaft weiter. Häufig kommt dieser Strom dann aus Altanlagen. Investitionen in neue Anlagen, die Ökostrom produzieren finden kaum statt. Bei den unabhängigen Ökostromanbietern können sie nachvollziehen, in welche Anlagen investiert wird.
Der Wechsel ist einfach wie nie:
* Einen Anbieter auswählen.
* Vertragsunterlagen des neuen Anbieters telefonisch anfordern oder im Internet downloaden. Unterschreiben & versenden. Dabei Stromzählernummer melden.
* Alles andere (die Kündigung und den Papierkram mit dem alten Anbieter) übernimmt der neue Anbieter.
* Nach etwa 6 bis 8 Wochen ist dann der Wechsel auf sauberen Strom perfekt.
Was ist eigentlich Ökostrom?
Eine allgemein gültige oder gesetzlich definierte Definition für Ökostrom gibt es nicht – deshalb sollte man genauer hinschauen! Von Ökostrom (oder auch grünem Strom) spricht man, wenn er vollständig aus erneuerbaren Energien - wie Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Erdwärme – besteht. Akzeptabel ist noch, wenn wenigstens die Hälfte des Strommixes aus erneuerbare und die andere Hälfte aus fossilen Energien stammen, soweit diese in energiesparender Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wurden. Es gilt jedoch: Je höher der Anteil der erneuerbaren Energien, desto besser für die Umwelt. Ökostrom muss aber definitiv frei von Atomenergie sein! Ablehnen sollte man aber auch Anbieter, die in anderen Angeboten immer noch auf Atomstrom setzen.
Wo kann ich mich über einen Stromwechsel informieren?
Es gibt eine Vielzahl von Ökostromanbietern mit jeweils unterschiedlichem Qualitätsniveau, Preisen und Zertifizierungen. Die neue Kampagne der Umweltverbände macht es jetzt jedem wechselfreudigen Kunden einfach:
Auf der Internetseite www.atomausstieg-selbermachen.de finden Sie alle notwendigen Hinweise für den Umstieg sowie weitere Hintergrundinformationen.
Verschiedene Ökostromanbieter haben sich zusammengeschlossen und eine Hotline (0800-7 62 68 52) eingerichtet unter der Sie auch die Wechselformalitäten einleiten können.