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Girls’ Day

Girls’ Day 2010

22.04.10 Beim Girls’ Day schnuppern Mädchen in die unterschiedlichsten Berufsfelder rein. Vor allem in die Berufe, die nicht als traditionelle Frauenberufe gelten. Mädchen sind genauso gut wie Jungen. Ihnen steht ein weites Spektrum an Berufsausbildungen und Studiengängen zur Verfügung, das sie aber oft nicht nutzen. Beim Girls’ Day können sie sich ein Bild davon machen, wie der Arbeitsalltag in den Berufen aussieht, die eher männlich besetzt sind.

 

Z.B. in der Politik. Zwar haben wir eine Kanzlerin, aber von den Bundestagsabgeordneten sind weniger als ein Drittel Frauen. Und auch bei den Ministern gibt es gerade mal ein Drittel Frauen.

 

Renate Künast als Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion und ehemalige Ministerin erzählte den Mädchen von ihren Erlebnissen in der Politik. Vor allem käme es darauf an, sich zu trauen und sich etwas zuzutrauen. Männer sind nicht besser, sie treten oft nur selbstbewusster auf. Und sie schließen sich zusammen. Sie riet den Mädchen, sich ebenso zu verbünden und sich gegenseitig zu unterstützen. Dieser Rat gefiel den Mädchen besonders. Sie überlegten, wie sie ihn bei der nächsten Schülerhauptversammlung umsetzen könnten.

 

Renate Künast erläuterte die Quote bei den Grünen. Auf jedem ungeraden Listenplatz für den Bundestag muss eine Frau kandidieren. Das heißt, dass immer mindestens so viele Frauen wie Männer im Bundestag sitzen; in der Regel sind es mehr Frauen. Zur Zeit sind von 68 grünen Abgeordneten 37 Frauen. Eine Quote wäre auch in der Wirtschaft sinnvoll. Die Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft sind fest in Männerhand. Frauen fehlen auf den wichtigsten Positionen nicht deshalb, weil sie weniger qualifiziert wären, sondern weil die immer noch fast rein männlichen Netzwerke ihresgleichen unterstützen.

 

Als die Renate Künast die Mädchen nach ihren Berufswünschen fragte, antwortete eine mit „Managerin“. Aus ihrer Generation können es viele bis in die Führungsetagen schaffen. Wenn ihnen nicht weiter Steine in den Weg gelegt werden. Darum muss die Politik auch dafür sorgen, dass sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen, für Frauen genauso wie für Männer.