Solidarischer Weg aus der Krise
(03.02.2012) Die Europäische Union ist in der größten Krise seit ihrem Bestehen. Diese Krise kann nur gemeinsam…
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Jedes Kind soll eine Chance bekommen, etwas zu lernen – egal ob es deutscher oder türkischer Herkunft ist, ob es arme oder reiche Eltern hat oder wo es wohnt. Leider sind wir von dieser Selbstverständlichkeit in Deutschland weit entfernt. Mehr frühe Förderung in der Kinderbetreuung könnte schlechte Startchancen ausgleichen. Doch es gibt immer noch kein ausreichendes Angebot an Kindertagesbetreuung vor allem für Kinder unter 3 Jahren, es mangelt an ganztägigen Angeboten und flexiblen Öffnungszeiten. An vielen Stellen wird frühkindliche Bildung wird nicht groß genug geschrieben und die Qualität lässt sehr zu wünschen übrig.
Von einem hochwertigen Angebot an Kinderbetreuung profitieren alle Kinder: diejenigen mit einem unterstützenden Elternhaus lernen mehr dazu, diejenigen aus ungünstigen Verhältnissen können Defiziten ausgleichen.
Wir brauchen deshalb einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz und eine Qualitätsoffensive. Ein bundeseinheitliches Qualitätssiegel soll festlegen, dass die Gruppen nicht zu groß sein dürfen, dass ausreichend Personal zu Verfügung stehen muss und die Ausstattung der Räume kindgerecht ist. Genauso wichtig sind die pädagogische Qualität, Bildungsangebote für die Kleinen und gesunde Mahlzeiten. Um das zu erreichen, muss die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher grundlegend verbessert werden. Mittelfristig sollte pro Kindergruppe eine Fachkraft mit Hochschulabschluss tätig sein.
Elternbeiträge dürfen sich nicht als Zugangshürden für Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien auswirken. Sie müssen sozial gerecht gestaltet sein und schrittweise abgebaut werden. Als ersten Schritt wollen wir jeweils ein Betreuungsjahr gebührenfrei machen.