Geschenk für die Atomkonzerne
(06.09.2010) Die jetzt innerhalb der Bundesregierung ausgehandelte Laufzeitverlängerung ist kein Kompromiss…
mehr(06.09.2010) Die jetzt innerhalb der Bundesregierung ausgehandelte Laufzeitverlängerung ist kein Kompromiss…
mehr(02.09.2010) Ein Jahr nach dem verheerenden Luftschlag bei Kundus ist klar: Es gab sowohl zivile Opfer, darunter…
mehr(02.09.2010) Das am 1. September von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Sparpaket hat kaum ökologische…
mehr
21.06. 2010: Wie steht es eigentlich mit der Gender-Sensibilität der Medien? Spielt das Geschlecht in der Berichterstattung über Spitzenfrauen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft noch eine Rolle, oder sind alte Denkmuster längst überwunden? Das war Thema des Pressegesprächs „Ungleich mächtiger? Mediale Geschlechterbilder von Führungskräften“. Anlass ist die Präsentation von Forschungsergebnissen des BMBF-Forschungsprojektes „Spitzenfrauen im Fokus der Wirtschaft“ der FU Berlin und der Leuphna Universität Lüneburg. Die zentralen Ergebnisse: Spitzenfrauen werden als kompetent und durchsetzungsfähig beschrieben, jedoch tauchen sie deutlich seltener in den Medien auf als Männer. Und dies korrespondiert nur zum Teil mit der sozialen Realität, in der beispielsweise der Frauenanteil im Bundestag bei lediglich 32% liegt. Weiterhin würden, so die Projektleiterinnen Prof. Dr. Lüneborg und Prof. Dr. Röser, nach wie vor Geschlechterstereotype in den Medien aufrechterhalten. So würden Frauen als „weich“, „zart“ „schlank“ beschrieben, während Männer in Spitzenpositionen mit Attributen des Kampfes, der Kraft, der Durchsetzungsstärke assoziiert würden. Die Tatsache, dass durch die Kanzlerin Angela Merkel eine Frau omnipräsent in den Medien sei, habe überwiegend mit dem „Kanzlerbonus“ zu tun – der Tatsache, dass dem Amt traditionell eine sehr hohe Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Jenseits von Merkel sei vieles beim Alten, so Renate Künast in ihrem Statement. Die Medienlandschaft sei männlich dominiert – die Medien seien ein Spiegel der Gesellschaft und würden Vorstellungen von starren Geschlechterrollen weiter verfestigen. Dies treffe besonders auf konservative Medien zu. Aber nicht nur Frauen würden mit falschen Geschlechterklischees in Verbindung gebracht, dies treffe auch auf Männer zu. So gebe es Politiker, die in Wahrheit viel weniger dem „Basta-Macho-Typen“ entsprechen würden, als dies die Medien vermitteln würden. Eine große Aufgabe der Medien sei es also, deutlich mehr Sensibilität an den Tag zu legen, wenn es darum geht, Menschen in Führungspositionen zu beschreiben, ohne in platte Stereotypen zu verfallen. Als besondere Herausforderung sah Renate Künast auch die Tatsache, dass „Macht“ bislang überwiegend als männliche Eigenschaft gesehen werde und die Verbindung von Weiblichkeit und Macht in der medialen Darstellung häufig negativ konnotiert werde. Dies zeige sich zum Beispiel auch bei der Einschätzung von Merkels Führungsstil, der häufig als „weich“ und „moderierend“ bezeichnet werde. Medienbilder greifen also nach wie vor auf Geschlechtermuster zurück, die in ihrer Grundstruktur hierarchisch gedacht werden. Damit dies sich ändert, müssen endlich mehr Frauen in gesellschaftliche Spitzenpositionen!