Solidarischer Weg aus der Krise
(03.02.2012) Die Europäische Union ist in der größten Krise seit ihrem Bestehen. Diese Krise kann nur gemeinsam…
mehr(03.02.2012) Die Europäische Union ist in der größten Krise seit ihrem Bestehen. Diese Krise kann nur gemeinsam…
mehr(03.02.2012) Bei jedem abgefahrenen Außenspiegel hebt der Bundestag zunächst die Immunität auf, bevor der…
mehr(01.02.2012) Am 31. Januar 2012 haben Kanzlerin Merkel und Staatsministerin Böhmer wieder zu einem ihrer…
mehr
19.03.2009: Die derzeitige Debatte über neuen gegen alten Feminismus führt in die Irre: Die Gesellschaft hat sich verändert, die Gleichstellung ist zumindest de jure weitgehend erreicht, die jungen Frauen sind selbstbewusst, wollen Kinder und Karriere. Junge Feministinnen müssen ihre eigenen Erfahrungen machen und neue Wege gehen. Sie stoßen dabei aber oftmals noch auf dieselben strukturellen Hindernisse wie die Generation ihrer Mütter. Die Hindernisse sind nur subtiler geworden. Was wir brauchen, ist ein Feminismus für die neue Zeit! Ein Feminismus, der generationsübergreifend ist, der neue Wege geht und der solidarisch mit Frauen in allen Lebenslagen ist.
Was sind die Auseinandersetzungen heute? Wer bestimmt eigentlich den Diskurs? Ministerin von der Leyen hat einen harten Job – weil sie gegen ihre eigenen Leute kämpfen muss. Aber die überfällige Realitätsanpassung der konservativen Unions-Männer aus dem Südwesten kann doch nicht der Maßstab für Erfolg in der Frauenpolitik sein! Das Elterngeld ist ein erster Schritt, aber es löst nicht die Vereinbarkeitsproblematik – und Frauenpolitik ist mehr als Vereinbarkeit! Die Lebensrisiken nehmen zu und müssen immer stärker individuell bewältigt werden: Prekäre Jobs, unstete Erwerbsbiographien, hohe Scheidungsraten, die Renten sind nicht mehr sicher. Das wissen auch junge Frauen längst und setzen auf eigenständige Existenzsicherung. Der Hebel dafür ist die Arbeitswelt – aber von der Leyens konservativer Feminismus endet vor den Türen der Firmenbosse.
Unser Leitbild ist die erwerbstätige Frau, die ihren Lebensunterhalt selbst verdient, eigene Sicherungsansprüche aufbaut und die Aufgabenverteilung in der Partnerschaft auf Augenhöhe aushandeln kann.
Und deshalb wollen wir:
Das größte Hindernis für Frauen in der Privatwirtschaft sind Männerseilschaften und ihre Anwesenheits-(un)kultur: Eine Babypause oder kranke Eltern dürfen aber kein Karrierehindernis sein – weder für Frauen noch für Männer. Deshalb fordern wir ein Rückkehrrecht auf Vollzeit, die Pflegezeit und Beförderungskriterien, die sich an der Leistung orientieren und nicht an der Verfügbarkeit Mit freiwilligen Selbstverpflichtungen der Wirtschaft werden wir das nicht erreichen. Deshalb wollen wir klare gesetzliche Zielvorgaben für Gleichstellung setzen - und den Firmen den nötigen Spielraum bei der Wahl der Instrumente lassen.
Eins ist allerdings offensichtlich: Gleichberechtigung impliziert eine andere Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern. Wer den Partner auf Augenhöhe fordert, darf nicht den "Versorger" heiraten wollen. Deshalb ist es gut, wenn junge Feministinnen auch Privates thematisieren. Wenn sich zu Hause die Verhältnisse nicht ändern, wird sich auch in der Gesellschaft nichts ändern. In diesem Sinne gilt auch heute noch der Slogan der Frauenbewegung der 68er: Das Private ist politisch!
Weitere Informationen auf den Seiten der Grünen Bundestagsfraktion