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Start > Themen > Frauen und Gender > Bundesfrauenkonferenz

Renate Künast auf der Bundesfrauenkonferenz

17.04.2010: Mehr Spitzendjobs und bessere Qualifikatierungsmaßnahmen speziell für Frauen, das forderte Renate Künast auf der Bundesfrauenkonferenz in Bonn. Zusammen mit Anneli Buntenbach (DGB), Ariane Durian (Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) und Sibylle Strauch-Eckmann (Geschäftdsführerin der Endo-Klinik Hamburg) diskutierte sie, was jetzt für „Grünes wirtschaften – sozial und gerecht“ getan werden muss.

Es sei wichtig, zwei Ebenen besonders anzugehen, so Renate Künast in ihrem Statement. Zum Einen müsste ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro durchgesetzt werden, damit Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen ihre Existenz sichern können. Dies müsse einhergehen mit einer Qualifizierungsoffensive für Frauen. Dafür seien besonders die Jobcenter gefragt, Frauen nicht mehr von einem Computerkurs in den nächsten zu schicken. Es müsse vielmehr jetzt darum gehen, passgenaue Angebote zu machen und auf die speziellen Bedürfnisse, beispielsweise von Wiedereinsteigerinnen einzugehen. Zudem gehe es auch darum, in der Schule, in der Berufsberatung und im Jobcenter zielgerichtet Mädchen und Frauen für technische und naturwissenschaftliche Ausbildungen und Berufe zu begeistern.
Neben der Branche der Erneuerbaren Energien, wo viele neue Jobs entstehen werden, ist die Gesundheitsbranche der Zukunftsmarkt für Arbeit, betonte Sibylle Strauch-Eckmann von der Endo Klinik. Von den 5 Millionen im Gesundheitssektor beschäftigten seien 70% Frauen. Allerdings gebe es auch in der Gesundheitsbranche Bereiche, in denen Frauen unterrepräsentiert seien. Etwa in der Orthopädietechnik, wo lediglich 21% der Beschäftigten weiblich seien. Es sei ein Skandal, so Anneli Buntenbach vom DGB, dass in Deutschland die Arbeit mit Menschen – dazu gehört Kinderbereuung genauso wie Pflege – systematisch unterbewertet werde.
Um von alten Rollenzuweisungen wegzukommen, müsse auch die Medien- und Werbewelt endlich umdenken, so Künast. So werde in Werbespots meist ein traditionelles Familienbild mit Hausfrau und kinderliebem Ehemann gezeigt, das eher an vorgestern, als an heute erinnere.