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Übt Druck aus! Setzt euch für eure Rechte ein!

Aufruf der Grünen Fraktionsvorsitzenden an die Migranten:

Übt Druck aus! Setzt euch für eure Rechte ein!

 

- Die in Deutschland lebenden Migranten müssen mehr und wirksamer für ihre Forderungen und Ansprüche eintreten.

- Es sei wichtig klar zu machen: „Ja, wir sind hier, wollen hier leben und mitwirken und wollen bessere Bildung für unsere Kinder!“

- Künast sagt: „Aber wo sind die Plätze in den Kitas? Wo sind die Deutschförderprogramme? Macht auf euch aufmerksam! Das ist euer gutes Recht!“

- Künast sagt: „Die Forderung, das Optionsmodell bei der Staatsbürgerschaft zu verändern, können die Konservativen auf lange Sicht nicht ablehnen.“

 

Frage: Ist es wahrscheinlich, dass Ihre Forderungen auch ohne Unterstützung der CDU/CSU umzusetzen sind?

Antwort Künast: Auf lange Sicht meine ich, kann man auch der CDU/CSU klarmachen, das man den in Deutschland geborenen und zugezogenen Migranten nicht sagen kann: „Entweder ihr gebt die deutsche oder die türkische Staatsangehörigkeit auf.“ Solch ein Zustand entzweit doch auch die Familien. Durch die doppelte Staatsangehörigkeit würden Vorteile entstehen. Die Haltung der CDU/CSU verursacht auch wirtschaftlichen Schaden.

Zudem könnten die Jugendlichen mit Migrationshintergrund besser entscheiden, welcher Weg für sie besser ist.

 

Frage: Welche Verbesserungen könnte man noch machen?

Antwort Künast: Unser Signal sollte sein, dass wir uns freuen, wenn Migranten die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen. Dabei soll diesen Menschen nichts in Bezug auf ihre Kultur und Religion vorgeschrieben werden. Die Türen sind offenzuhalten. Menschen sind nicht zu nötigen, Assimilation wäre ein Fehler.

 

Frage: Auf dem Arbeitsmarkt, in der Schule und im Bildungssystem gibt es immer noch Benachteiligungen.

Antwort Künast: Dass wir ein Einwanderungsland sind, haben wir noch nicht lange begriffen. Die Gesellschaft setzt sich erst so langsam damit auseinander. Eine Gesellschaft, in die eingewandert wird, muss sich verändern, auch die Eingewanderten müssen sich verändern. Man muss sich tolerant verhalten. Die Migranten müssen sich eingestehen: „Ich lebe hier und darum muss ich die deutsche Sprache erlernen. Das Grundgesetz müssen wir respektieren.“ Unser Bildungssystem ist nicht nur für Migrantenkinder, sondern auch für deutsche Kinder benachteiligend. Von individueller Förderung sind wir noch weit entfernt. Es wird nicht genug darauf geachtet, dass die deutsche Sprache ausreichend erlernt wird. Menschen, die nicht miteinander reden können, können sich auch nicht kennenlernen. So entstehen Vorurteile. Es wäre sehr wichtig, dass wir schon im Kindergarten auch männliche Pädagogen mit Mitgrationshintergrund haben. So könnte man ein modernes Gesellschaftsmodell verwirklichen.

 

Erschienen in der Hürriyt am 22.09.2009. Das ganze Interview finden sie hier!