Mitgefühl und Verantwortung
(26.07.2010) "Wir trauern mit den Angehörigen und Freunden der Opfer. Den Verletzten wünschen wir baldige…
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mehr(25.06.2010) Es reicht nicht, branchenspezifische Mindestlöhne zu vereinbaren. Sie müssen auch durchgesetzt…
mehr(23.07.2010) Schwarz-Gelb will bei HausärztInnen sparen. Das ist der falsche Weg. Zum Wohle der PatientInnen…
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08.01.2010: Interview in der Bild Zeitung mit Renate Künast und Jürgen Trittin
BILD: Die Grünen werden an diesem Wochenende 30. Sind Sie erwachsen geworden?
Trittin: Politisch sind wir seit Langem erwachsen! Grüne regieren erfolgreich, haben sieben Jahre lang die Bundesregierung entscheidend mitgeprägt und gestalten unser Land auch aus der Opposition heraus. Aber es war für uns alle ein langer Weg, nicht nur für die Grünen. Auch die Bundesrepublik musste an uns wachsen und reifen. Was vor 30 Jahren begann, war für viele ein totaler Neubeginn, auch für mich. Ich lebte in einem besetzten Haus und trat in eine Partei ein. Das zeigt auch, wie breit das politische Spektrum war.
BILD: Die Anti-Atom-Partei koaliert heute mit den Kernkraft-Befürwortern CDU und FDP. Wie grün sind die Grünen heute noch?
Künast: Der Atomausstieg steht in unserer Geburtsurkunde: Koalitionen gibt es mit uns nur dort, wo keiner Laufzeitverlängerung zugestimmt wird, sondern der systematische Ausbau der erneuerbaren Energie und eine ehrgeizige Klimaschutzpolitik betrieben wird.
BILD: Sie standen für "Frieden schaffen ohne Waffen", haben aber dem Afghanistan-Einsatz zugestimmt. Wie weit haben sich die Grünen von ihren Idealen entfernt? Trittin: Im Vordergrund muss in Afghanistan der zivile Aufbau dieses geschundenen Landes stehen. Wenn der militärisch abgesichert werden muss, dann kann man sich als Politiker nicht aus der Verantwortung stehlen und muss dem politisch Rechnung tragen. Aber das darf niemals den absoluten Vorrang friedlicher Konfliktlösungen verdrängen. Im Prinzip hat EKD-Chefin Margot Käßmann recht: Wir brauchen eine verlässliche Perspektive für den zivilen Aufbau des Landes und eine verantwortliche Strategie für den Abzug der Bundeswehr.
BILD: Sie kritisieren den schwarz-gelben Stolper-Start, aber zu Beginn jeder rot-grünen Regierung war es doch genauso ...
Künast: Weit gefehlt! So eine Chaos-Combo war Rot-Grün nie! Wir leben in einem Land ohne Regierung. Was machen Merkel. Westerwelle und Seehofer denn da? Kein Plan für neue Jobs durch erneuerbare Energie, keine bessere Bildung - stattdessen abstruse Steuerversprechen und Geschenke für Hoteliers und Großerben. Gleichzeitig werden die Abgaben erhöht, Schulen geschlossen, an der öffentlichen Sicherheit gespart. Union und FDP erzählen viel über zu hohe Belastungen und stellen den Normalverdienern gleichzeitig die Rechnung aus. Diese Regierung ist ungerecht.
BILD: Joschka Fischer war der Star der Grünen. Fehlt Ihnen so eine politische Rampensau? Künast: Joschka hat große Verdienste, doch die Grünen leben von ihrer Idee der ökologischen und sozialen Gerechtigkeit. Damit regieren wir in Bundesländern, stellen Bürgermeister und 2013 werden wir das Krisen-Trio Merkel, Westerwelle und Seehofer ablösen.
Trittin: Wir hatten ohne Fischer das beste Ergebnis unserer Geschichte.
Das Interview wurde geführt von A. BALDAUF und R.KLEINE